Moin zusammen!
Neue Nachrichten aus Fröndenberg:
Ich hab eine Lösung für Lady gefunden! Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah!!!
Meine Freundin Gisela übernimmt Lady mit RB Ricarda und trägt alle Kosten!
Dazu muß ich ausholen: Gisela hat ja schon seit 2004, als ich nach meiner Erkrankung endlich wieder anfangen durfte zu reiten, immer wieder mal Lady mitgeritten, wenn sie grad ohne eigenes Pferd oder das eigene Pferd krank war. Gisela hatte leider auch immer viel Pech mit ihren Pferden. Zuletzt hatte sie im Winter/Frühjahr 2008 mitgeritten, bevor Lady die Auszeit wegen des Hufgelenks genommen hatte. Dann aber wollte sie doch lieber wieder ein eigenes Pferd und hat sich vor Pfingsten einen schicken 6jährigen Rappwallach, einen Westfalen von Fleurop mit viel Blut auf der Mutterseite, gekauft. Fleetwood kannte noch nicht viel und zuerst ließ sich ja auch alles ganz gut an. Dann fing er an, ständig Mucken wegen des Sattels zu machen. Was Gisela da alles ausprobiert hat...

Erst ein neuer Sommer-Sattel, dann ein Maßsattel aus der Schweiz (Spirig) bis jetzt ein Deuber-Modell, das wie eine Mischung zwischen einem Trekking- und einem Barocksattel aussieht, aber offensichtlich für das Pferd am angenehmsten war. Seit letztem Sommer hatte Fleetwood aber zunehmend immer wieder "Aussetzer", d. h. er scheute plötzlich völlig unmotiviert, riss den Kopf hoch und geriet in Panik. Ihr könnt euch vielleicht dran erinnern, daß er letztes Jahr im Sommer, als ich ihn für den Schmied von der Weide holte, beim Anbinden plötzlich den Kopf hochriss und dadurch mein Finger in der Schlaufe, die ich gerade am Anbindering durchschieben wollte, festgezogen wurde, so daß mich nur noch das Messer des Hufschmieds befreien konnte. Ich dachte damals, er hat mir die Fingerkuppe zerquetscht! Solche Aktionen kamen immer häufiger vor, jetzt zuletzt war er nur noch am Kopfschlagen, kaum zu führen, geschweige denn zu reiten. Ein Heilpraktiker, den sie dann am Pferd hatte, hat auf Headshaking getippt und im nachhinein paßten wohl alle Symptome. Gisela vermutet, daß das Ganze ausgelöst wurde durch so eine Schwarzlicht-Lampe gegen Fliegen im Stall, die direkt über seiner Box hing. Das ist ja wohl auch UV-Licht, und das begünstigt nach Giselas Recherchen die Entstehung des Headshaking. Bei Fleetwood war das so heftig geworden, daß sie sich den Umgang mit ihm nicht mehr zugetraut hat. Sie ist jetzt 53 und will einfach nur Entspannung und Spaß haben beim Reiten. Unsere Trainerin hatte die ganze Negativ-Entwicklung des Pferdes auch mitbekommen und hatte einen Kontakt wiederum zu ihrem Reitlehrer, einem recht bekannten Barockreiter aus Dortmund, hergestellt. Der hat sich Fleetwood angeguckt und ihn dann trotz bekannter Diagnose übernommen. Er meint, er bekommt das Problem in den Griff. So stand Gisela seit dem 20.02. ohne Pferd da. Sie hatte sich schon wieder verschiedene Pferde angeguckt, war aber noch ganz unentschlossen, was sie machen soll, lieber ne RB oder wieder ein eigenes Pferd, und wenn ja, was für eins.
Am letzten Samstag hatte ich einen Lehrgang in Warendorf, mit Gerd Heuschmann und Michael Putz im DOKR, und war den ganzen Tag weg. Leider konnten auch Alex und Ricarda nicht, so hab ich kurz entschlossen Gisela gefragt, ob sie nicht Lust hätte, Lady zu reiten.
Nachmittags hat sie mir dann ganz begeistert geschrieben, daß es mal wieder unheimlich Spaß gemacht hätte, das "Ladymäuschen" zu reiten und daß ich sie immer fragen könnte, wenn mal wieder alle 3 nicht können. Zehn Minuten später kam ne zweite SMS, wann ich denn wieder am Stall wäre, wir sollten uns doch mal intensiver unterhalten, ob uns nicht ne Lösung für ihr und mein Problem einfallen würde. Da war mir schon klar, wo die Reise hingeht.
Also haben wir uns am Sonntag vor dem Stall schön in der Sonne unterhalten. Ich hätte Lady auch an Gisela verkauft, weil ich mir sicher bin, daß sie es dort gut hat, das wollte aber Gisela aus Angst vor einer evtl wieder 1,5 Jahre dauernden Erkrankung wie 2008/2009 nicht. Kann ich auch verstehen. Aber so trägt sie alle Kosten, übernimmt Ricarda und will dann selbst 5x pro Woche reiten, den Rest dann Ricarda. Das kommt auf jeden Fall auch Lady zugute, da sie wieder konsequenter gut gearbeitet wird. Seit Alex mitgeritten ist, hat es sich doch verschlechtert. Ich bin ja nur noch 2x pro Woche geritten und habe auch gemerkt, daß es länger als früher dauerte, sie zu lösen und an die Hilfen zu stellen. Für Alex tut es mir natürlich leid, da suche ich noch nach ner Alternative für sie. Ne andere RB fällt mir nur leider momentan nicht ein. Das Gespräch mit ihr und ihren Eltern steht mir morgen noch bevor. Das wird nicht einfach, das Mädchen hat sich so eingebracht und ist auch sehr zuverlässig und die Familie ist total nett. Aber diese Gelegenheit für Lady mußte ich jetzt beim Schopf greifen, bis zum Herbst wollte Gisela auch nicht warten, und sie will halt auch öfter reiten. Ich hoffe jetzt nur, daß Lady mitmacht und gesund bleibt. Denn wenn wieder lange Stehzeiten bzw. größere TA-Rechnungen zu erwarten sind, kracht unser ganzes schönes Gebäude, was wir jetzt errichtet haben, wieder zusammen. Dann bleibt wahrscheinlich nur noch der Verkauf als Zuchtstute.
Bei Bauerdicks, wo Filou steht, brauche ich in der Richtung gar nicht zu fragen, die haben den Stall voller Jungpferde, die sie im Moment nicht loswerden, die holen sich nicht noch zusätzlich ne Stute in den Stall. Und qualitätsvolle Stuten zum Züchten haben sie auch selbst.
Jedenfalls bin ich ganz glücklich mit unserer Lösung, Lady bleibt mein Pferd, aber ich habe sie komplett aus den Kosten raus. Für sie ändert sich nichts, sie braucht nicht umziehen, soweit alles beim alten, außer, daß jetzt eben Gisela reitet. Aber die beiden kennen sich halt auch schon. Zu Ostern und Pfingsten, wenn Gisela in Urlaub ist, bin ich schon als Vertretung gebucht!
